Ein Institut der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main

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Akademietagung des Erbacher Hofs / Akademie des Bistums Mainz in Kooperation mit der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen, Frankfurt am Main.

Wie kommt das Böse und wie kommen all die Übel in eine Welt, die Schöpfung eines allmächtigen und guten Gottes sein soll? Wenn die Welt Schöpfung Gottes ist, ist es kaum verständlich, dass es so viel Leid in ihr gibt.

Eine Antwort auf diese Frage stellt die biblische Geschichte vom Sündenfall dar. Sie wurde zur Inspirationsquelle für viele Auseinandersetzungen mit dem Bösen in Theologie, Philosophie, Literatur und Kunst. Bietet diese alte Erzählung heute noch eine mögliche Antwort auf die Frage nach der Herkunft des Übels oder ist sie ein Relikt vergangener Zeiten, eine mythologische Weltdeutung, die durch die modernen Wissenschaften überwunden wurde?

Diese Frage ist allerdings komplexer und weniger einfach zu beantworten als es auf den ersten Blick scheinen könnte. Denn erst einmal muss geklärt werden, was diese Erzählung eigentlich bedeutet und wie sie heute theologisch verstanden wird. Erst auf dieser Basis kann sinnvoll diskutiert werden, ob bzw. in welcher Form die Sündenfallgeschichte heute noch eine überzeugende Antwort auf die Herkunft allen Übels geben oder inspirieren kann und ob sie eine mögliche Antwort auf die Theodizeefrage nach der Verantwortung Gottes für das Leid in der Welt darstellt.

Tagungsprogramm:

11:15 Uhr:
Das Geheimnis der Negativität. Zum Problem des Bösen in der Philosophie der Antike
Prof. Dr. Stephan Herzberg, Sankt Georgen/Frankfurt a.M.

14:00 Uhr:
Die sog. Paradiesgeschichte als Adoleszenzmythos der Menschheit
Prof. Dr. Konrad Schmid, Zürich

15:30 Uhr:
Vom ersten zum zweiten Adam. Die Genesis-Lektüre des Apostels Paulus in ihrem jüdischen Kontext
Prof. Dr. Hans Weidemann, Siegen

16:30 Uhr:
„Et quaerebam unde malum“. Christliche Theologen der Spätantike zur Frage nach dem Ursprung allen Übels
Prof. Dr. Johannes Arnold, Sankt Georgen/Frankfurt a.M.

19:00 Uhr:
Adam und Eva im Konflikt. Der Sündenfall in der Deutung von Albrecht Dürer, Lucas Cranach und Hans Baldung Grien
Prof. Dr. Matthias Müller, Mainz

09:00 Uhr:
Woher kommen Übel, Leid und Unheil? Antworten der Religionen aus Sicht der vergleichenden Religionswissenschaft
Prof. Dr. Gertrude Deninger-Polzer, Frankfurt a.M.

10:30 Uhr:
Was man nicht denken kann, soll man auch nicht glauben. Augustins Erbsündenkonstrukt und seine Folgen
Prof. Dr. Magnus Striet, Freiburg

11:30 Uhr:
Der Sündenfall als Thema zeitgenössischer Religionsphilosophie
Prof. Dr. Oliver Wiertz, Sankt Georgen/Frankfurt a.M.

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Stephan Herzberg und Prof. Dr. Heinrich Watzka S.J.

Der Transhumanismus ist eine kulturelle und intellektuelle Bewegung bzw. ein interdisziplinärer Forschungsansatz, der die Verständigung über Möglichkeiten und Chancen der Verbesserung des menschlichen Organismus und seiner kognitiven, emotionalen und moralischen Fähigkeiten in den Mittelpunkt rückt. Transhumanisten glauben, das Fortschritte auf diesem Gebiet weniger durch traditionelle Mittel der Verbesserung des Menschen wie Gesundheitsvorsorge, Selektion, Bildung als vielmehr durch neue konvergierende Technologien (Nanotechnologie, Biotechnologie, Informationstechnologie, Neurowissenschaften) erzielt werden können.

Der Transhumanismus bündelt Meinungen und Einstellungen, die unter Angehörigen einer wissensbasierten, technikaffinen Kultur und auf Innovationen angewiesenen Ökonomie auf breite Zustimmung treffen. Er provoziert durch die Infragestellung bisher weitgehend akzeptierter Grenzziehungen, z.B. der Grenze zwischen Natur und Technik, Mensch und Tier, Mensch und Maschine, Personen und Sachen, Wachsen(lassen) und Eingreifen, Heilen und Verbessern. Er antizipiert (prognostiziert, imaginiert) technische Anwendungen auf Bereiche, die bisher als nicht instrumentalisierbar galten: den menschlichen Körper, die menschliche Natur, die menschliche Keimbahn, personale Identität, Bewusstsein, Geist.

Das primäre Ziel des Symposions ist nicht die Verbreitung transhumanistischer Ideen, vielmehr deren Kritik. Dies schließt die Rekonstruktion transhumanistischer Argumente mit ein. Auch ist weniger die moralische Kritik des Transhumanismus im Sinn des Aufzeigens moralische Grenzen als vielmehr die Überprüfung seiner impliziten Ethik, Anthropologie, Erkenntnistheorie und Metaphysik angezielt. Die Veranstalter hegen die Erwartung, dass von einer fairen Darstellung wie einer kritischen Durchleuchtung transhumanistischer Argumente eine aufklärerische Wirkung auf eine technikbegeisterte Öffentlichkeit und eine auf Zukunftsmärkte ausgerichtete Ökonomie ausgehen kann.

Tagungsprogramm:

14:00 Uhr:
Eröffnung, Grußwort des Vorsitzendes des Kuratoriums der Stiftung Hochschule Sankt Georgen (Dr. Karl-Ludwig Koenen), Einführung in das Thema (H. Watzka)

14:15 Uhr:
Prof. Dr. Drs. h.c. Volker Gerhardt, Humboldt-Universität Berlin (zugesagt): „Der Mensch ist etwas, das überwunden werden soll“. Nietzsche als Stammvater transhumanistischen Denkens?

15:30 Uhr:
Prof. Dr. Stephan Herzberg, Phil.-Theol. Hochschule Sankt Georgen (zugesagt): Apologie der menschlichen Natur. Vom Wert des Natürlichen und Kreatürlichen.

17:00 Uhr:
Prof. Dr. Stefan L. Sorgner, John Cabot University, Rom (zugesagt): Der Mensch als Cyborg. Anthropologische, metaphysische und ethische Grundpfeiler des transhumanistischen Projekts.

18:30 Uhr:
Podiumsdiskussion mit den Referenten und 2 Stimmen aus der Praxis: Prof. Dr. Sven Becker, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitäts-Klinikum Frankfurt, Prof. Dr. Gerd Döben-Henisch, Frankfurt University of Applied Sciences

09:00 Uhr:
Prof. Dr. Dr. h. c. Dieter Birnbacher, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (zugesagt): Sollen und dürfen wir die Natur des Menschen verändern? Ethische Probleme im Spannungsfeld von Transhumanismus und Biokonservativismus.

10:15 Uhr:
Prof. Dr. Christoph Hubig, Technische Universität Darmstadt (zugesagt): Verschmelzung von Technik und Leben? Begriffsklärungen an der Schnittstelle von Mensch und technischem System.

11:30 Uhr:
Prof. Dr. Johannes Hoff, Heythrop College, London (zugesagt): Transhumanismus als Symptom symbolischer Verelendung. Zur Proletarisierung des Denkens im Zuge der Digitalen Revolution.

14:00 Uhr:
Prof. Dr. med. Peter Jedlicka, Universität Gießen (zugesagt): Auf dem Weg zur Superintelligenz? Fortschritte und Grenzen der Computermodelle des menschlichen Gehirns.

15:15 Uhr:
JunProf. Dr. Edeltraud Koller, Phil.-Theol. Hochschule Sankt Georgen (zugesagt): Eugenik als Dienst am guten Leben? Ethische Probleme der transhumanistischen Bestimmung von Verbesserung.

16:30 Uhr:
Prof. Dr. Heinrich Watzka S.J., Phil.-Theol. Hochschule Sankt Georgen (zugesagt): Descartes späte Rache. Der körperlose Geist in der Maschine der Transhumanisten.

Ende 17:45 Uhr